s2b.gif (7153 Byte)

Die Geschichte unserer Pitt’s beginnt eigentlich dort, wo die meisten unvernünftigen Geschichten des Lebens beginnen, --- an der Theke. 

Eigentlich waren wir mit unserer Pitt’s S2A ja ganz zufrieden. Sie war, (dank einiger hundert Stunden Arbeit von Dirk und Chris) in einem Top Zustand und auch das Triebwerk verweigerte , trotz einer bereits beachtlichen Stundenzahl, niemals den Dienst. Aber wie gesagt, „eigentlich“ waren wir ganz zufrieden, denn es gibt das gleiche Flugzeug ja auch mit 260 PS unter der Cowling, ---- und das heißt dann Pitt’s S2B !

pitts_old.jpg (84674 Byte)

So saßen wir dann letzten Winter bei Sauwetter an dem oben bereits erwähnten Einrichtungsgegenstand unserer Flugplatzkneipe und tranken das eine oder andere Bier. Dirk und Uwe gaben Geschichten ihres Weihnachtsurlaubes in Florida zum Besten und erzählten dabei ganz beiläufig , das sie bei Dagmar Kress in Fort Lauderdale waren und ihre S2B geflogen haben. (Das ganze war natürlich von den beiden bestens geplant !) 

Die Begeisterung über dieses Flugzeug steigerte sich dann im Laufe des Abends proportional zur  bestellten Menge Bier und gipfelte in der Aussage, das Dagmar sich von dem Objekt unserer Begierde trenne wolle. Also wurde Dirk beauftragt, mal ganz vorsichtig anzufragen, was das Gerät den wohl kosten solle. 

Ein Wochenende später hatten wir dann Dagmars Preisvorstellung,  und die Gewissheit, das daß für uns wohl nicht zu finanzieren ist. Somit war die Sache gestorben, und wir bestätigten uns gegenseitig darin, das unsere S2A sowieso das bessere Flugzeug ist und die S2B von Dagmar bestimmt auch nicht unseren Ansprüchen an den Zustand eines Flugzeuges gerecht geworden wäre. 

Am darauffolgenden Wochenende, war dann komischer Weise jeder von uns über den aktuellen Dollarkurs bestens informiert und es gab auch schon Informationen über Transportmöglichkeiten, Versicherungskosten e.t.c.  Das ganze natürlich nur mal so zur Information, denn wie bereits erwähnt war der Flieger für uns schlicht und einfach zu teuer.----- es sei denn ,----- Dagmar käme uns preislich entgegen und vielleicht könnte man den Transport im Container ja auch etwas preisgünstiger bekommen. Und wenn man nun mal ordentlich mit einer Werft in den Staaten verhandelt, -- der Preis fürs Abrüsten und Verpacken einer Pitt’s kann doch nicht so hoch sein. Wenn wir dann noch auf die Fallschirme und die Headset’s verzichten (wir können ja unsere alten nehmen) und wir unsere S2A zu einem guten Preis verkaufen, --- dann wäre der Tausch vielleicht bezahlbar !! 

Einige Stunden und etliche Biere später waren wir uns dann auch darüber einig, das der Dollarkurs momentan sowieso viel zu hoch bewertet ist und das er sich bestimmt nicht mehr lange auf solch hohem Niveau halten kann. ( Um wieviel Pfennige ist er noch in den letzten 14 Tagen gefallen ?? ) Bis wir den Flieger bezahlen müssen steht der Wechselkurs doch bestimmt bei......, ja wenn nicht noch niederiger. 

 Am nächsten Tag kommt dann die Anfrage von Dirk, ob wir besoffen waren, oder ob das nun wirklich Ernst gemeint war, das er mit Dagmar verhandeln soll. Einstimmige Meinung: Wieso betrunken ?? , wenn Sie sich auf unser Angebot einläßt dann bring den Deal auf den Weg ! ( Einstimmige Hoffnung : Das klappt eh nicht, --- die läßt sich niemals auf unser Angebot ein. )  

Hat sie aber !! Somit standen wir bei Ihr im Wort und es gab kein zurück . Einige Tage später waren wir dann Besitzer einer S2B,  und jeder von uns versuchte wahrscheinlich nachzuvollziehen, wie wir uns das Ganze schöngerechnet hatten. So richtig gelang das allerdings wohl keinem von uns. 

Jedenfalls war jetzt handeln angesagt. Uwe ließ seine Beziehungen spielen, und besorgte innerhalb kürzester Zeit einen Spediteur der uns für den Transport ein super Angebot machte. Gleichzeitig überzeugte Dirk den „Schrauber“ der die Pitt’s in den Staaten gewartet hatte, das Ding nach Feierabend zu zerlegen und fachgerecht zu verpacken. Der ganze Papierkram wurde dann von Dirk und Uwe zusammen abgewickelt.

container.jpg (14108 Byte)

Im Mai 2001 rollte dann gegen Mittag ein LKW mit 21 feet Container vor unsere Halle in Klausheide und die Spannung stieg. Chris und ich hatten den Flieger ja noch nie gesehen, und Dirk und Uwe waren gespannt, ob unser Flieger den Transport wohl gut überstanden hat. Als dann endlich die Türen offen waren, wußten wir zuerst nicht was wir mehr bestaunen sollten ,---- die spitzenmäßige  Pitt’s oder die absolut professionelle Verpackung der einzelnen Teile. Die Jungs in den Staaten hatten sich mächtig viel Mühe gegeben und mit unendlich vielen Holzbalken und Spanngurten den Flieger super verpackt. Der hätte sich selbst bei Windstärke 11 keinen Millimeter im Container bewegt. 

Beim Auspacken sahen wir dann wahrscheinlich aus, wie kleine Kinder die mit glänzenden Augen vor ihren Weihnachtsgeschenken stehen. Dementsprechend zügig wurden dann auch die Einzelteile entladen und bestaunt.  

Da wir das Aufrüsten einer Pitt’s bereits nach der Grundüberholung unserer S2A zur Genüge geübt hatten, stellte es kein besonderes Problem dar, jedes Einzelteil dort zu montieren, wo es hingehört.( Jedenfalls blieben am Ende der Montage keine nennenswerten Teile überig.)  Nach der anschließenden Kontrolle durch unseren Prüfer, stand dem deutschen Jungfernflug unserer Pitt‘s eigentlich nichts mehr im Wege, bis auf die Tatsache, das zwar alle fliegen wollten,---- nur nicht unbedingt als Erster.!!

ohhhh.jpg (16784 Byte)

Pitts2_1.JPG (20304 Byte)

Nach kurzer Diskussion wurde Chris zum Piloten des ersten Fluges ernannt. Schließlich hat er die meisten Flugstunden in seinem Flugbuch stehen, und somit auch die größte Erfahrung. (Außerdem ist Chris der einzige Junggeselle unserer Truppe, und wenn man schon Opfer bringen muß, dann muß ja nicht gleich eine ganze Familie darunter leiden !)   Das ist es, was uns als Freunde auszeichnet,--- wir geben uns  immer Mühe etwaige Verluste zu minimieren. (Lieber Gott, hilf mir bei meinen Freunden, --- mit meinen Feinden komme ich schon alleine klar !) Trotz alle dem, verlief der Werkstattflug unseres neuen Fliegers ohne größere Probleme. Zwar hatte Chris während des gesamten Fluges keine Fahrtanzeige,  aber für solche Fälle hatten wir ihn ja auch ausgewählt...

Autor: M. Krüp

 

© 18.04.2002 US